Seelenschreiben – Interview mit dem Autor & Filmemacher Clemens Kuby

von Jutta Maurer

Clemens Kuby blickt auf ein bewegtes Leben zurück. Er ist Mitbegründer der GRÜNEN, renommierter Autor, preisgekrönter Filmemacher und Referent. Sein Bestseller und Kinofilm „Unterwegs in die nächste Dimension“ hat Millionen Menschen inspiriert und ihnen zu einem höheren Bewußtsein verholfen. Ein Wendepunkt in seinem Leben war ein Sturz vom Dach, der ihn querschnittgelähmt zurückließ. Entgegen aller medizinischen Prognosen gelang es ihm, sich vollständig selbst zu heilen – eine Erfahrung, die Clemens Kuby dazu inspirierte, seine KUBYmethode zu entwickeln.

Lieber Clemens, wir hatten ja bereits 2011 das Vergnügen, ein Interview über dein bewegtes Leben abzudrucken. Damals war die Welt noch eine andere. Wenn du die vergangenen 10, 15 Jahre betrachtest, was hat sich denn für dich fundamental verändert in dieser Zeit?

Clemens Kuby: Vor 15 Jahren habe ich im Grunde dasselbe gemacht wie heute, allerdings bin ich dafür permanent durch das Land gereist. Ich habe mehr in Hotelbetten geschlafen als zu Hause. Dazu habe ich immer den Zug genommen, was heute nicht mehr so einfach ist. Manchmal frage ich mich, warum die Bahn überhaupt noch Fahrpläne druckt. (lacht) Inzwischen ist es mit dem Bahnfahren hierzulande wie mit dem Fliegen in Indien. Dort geht man einfach auf den Flughafen und schaut, wann ein Flieger in die gewünschte Richtung fliegt. Und den nimmt man dann.

Was meine Arbeit angeht, hat sich 2016 bei mir alles geändert. Da habe ich ein Seminar gegeben auf Lanzarote und hatte ein Apartment direkt am Meer. An besagtem Tag stürmte es, und das Meer tobte. Neben dem Strand gab es einen großen Felsen; da bin ich hochgeklettert, um mir das Getöse anzusehen. Irgendwann stieg ich wieder herunter – und als ich am Strand ankam und mich umdrehte, war der Felsen plötzlich verschwunden. Eine riesige Welle hatte ihn komplett überrannt.

In diesem Moment dachte ich: Dir ist noch einmal das Leben geschenkt worden. Wozu? Das erste, was in meinen Kopf kam, war: Es kommt eine riesige Welle auf uns zu. Und später wurde mir klar, daß diese Welle die Digitalisierung war. Als ich wieder zu Hause ankam, habe ich meinem Team gesagt: Ab sofort filmen wir jedes Seminar, jede Fortbildung. Ihr fahrt überallhin mit.

So haben wir ein Jahr lang gedreht und dann zwei Jahre geschnitten, und hatten letztlich 1200 Videos fertig – bis Weihnachten 2019. Und dann kam Corona! Und mir wurden über Nacht alle Vor-Ort-Seminare verboten. Doch wir waren vorbereitet, und ich danke Corona heute noch. Denn es war der beste Schub für unsere Methode, den wir haben konnten.


Viele Menschen kennen Teile deiner Geschichte, die ja von der Gründung der Partei DIE GRÜNEN, über deine Karriere als Drehbuchautor und Filmemacher bis zum Entwickler der KUBY-Methode unzählige Schlüsselerlebnisse zu verzeichnen hat. Das einschneidendste war sicher der Sturz von deinem Hausdach im Jahr 1981, dem die Diagnose „querschnittsgelähmt“ folgte. Kannst du noch einmal stichwortartig beschreiben, was in diesem Moment in dir vorging und wie du das Jahr im Krankenhaus auch mental durchgehalten hast.

Clemens Kuby: Nach meinem Ausstieg bei den GRÜNEN hatte ich mir mit einer Hausrenovierung ein umfangreiches Programm auferlegt. Anstatt mich auf mein Talent als Filmemacher zu konzentrieren, arbeitete ich über Jahre an einem uralten Haus in der „Hohenloheschen Pampa“ herum, alles, um es ein paar geliebten Menschen rechtzumachen. Das Haus stand an einem Hang, dessen Dachvorsprung auf der Gartenseite einen Meter über dem Boden lag, während es auf der gegenüberliegenden Straßenseite 15 Meter hinunterging.

Ich hatte mir angewöhnt, aus Bequemlichkeit die Abkürzung über das Dach zu nehmen, um in den Garten zu gelangen. An jenem Abend im Mai hatte es jedoch geregnet, und die Ziegel waren glitschig. Ich stieg also, wie so oft, aus dem Fenster heraus, auf das Dach und … rutschte dabei in Richtung Straße ab – freier Fall, 15 Meter tief! Der Absturz dauerte nur zwei Sekunden, dennoch sah ich in Sekundenbruchteilen mein ganzes Leben an mir vorbeiziehen, unvorstellbar, als ob die Zeit stehenbleiben würde! Da lag ich nun am Boden und wußte: jetzt bist du aufgelaufen, aus und vorbei!

In diesem Augenblick mußte ich kurioserweise an meinen Religionsunterricht denken, und das, obwohl ich mit 16 aus der Kirche ausgetreten bin. Ich habe mich nämlich als Schüler mit meiner Religionslehrerin gestritten um die Frage, ob man nach dem Tod weiterlebt oder in welcher Form man das Jenseits erlebt. Für die Lehrerin gab es lediglich Himmel, Hölle und das Fegefeuer! Als ich auf dem Boden lag, gepeinigt von diesen „Höllenschmerzen“, kam mir ausgerechnet diese Lehre wieder in den Sinn, und ich glaubte allen Ernstes, ich wäre tot und schmorte nun im Fegefeuer!

Um Gewißheit über meine Situation zu erlangen, schrie ich laut, doch mir war sofort klar, daß man auch im Traum schreien konnte, ohne gehört zu werden. Ich war in einer verzwickten Situation gefangen, weil mir einfach keine Verortung gelang! Irgendwann bemerkte dann der Nachbar meine Schreie und eilte mir zur Hilfe. Der Dialog mit ihm war dann glücklicherweise derart bodenständig und im besten Hohenloherisch, daß mir klar wurde: So ein Gespräch gibt es im Fegefeuer nicht, ich mußte noch am Leben sein!


Und wann kam der Moment, der dein Leben von Grund auf veränderte?

Clemens Kuby: Nachdem vor Ort schnell klar war, daß ich mir bei diesem Sturz wohl die Wirbelsäule gebrochen hatte, wurde ich zunächst in das für solche Fälle spezialisierte Krankenhaus nach Bad Mergentheim transportiert. Als mein Bruder jedoch über das Unglück informiert wurde, drängte er darauf, mich in die Uniklinik nach Heidelberg verlegen zu lassen, da das dortige Hospital in den 1980er Jahren führend auf dem Gebiet war. Aufgrund der Schwere meiner Verletzung mußte ich jedoch mit dem Hubschrauber überführt werden. Es war an diesen Tagen aber nicht so einfach, schnell einen Helikopter zu finden!

Nach etlichen Telefonaten fügte es sich, daß der Kommandeur eines nahegelegenen Bundeswehrgeschwaders bereit war, den Krankentransport zu übernehmen. Wenn ich damit einverstanden wäre, Teil der militärischen Übung zu sein, die im Moment anlaufe, nämlich verwundete Kameraden hinter der Front zu bergen! Mein Bruder willigte für mich ein, und wenig später stürmten vier bewaffnete Soldaten in voller Montur in das Krankenzimmer, sicherten lautstark die Gänge, „bugsierten“ mich auf einer Vakuumtrage aus dem Krankenhaus hinaus, wuchteten mich in den Hubschrauber und rasten davon, denn man wisse ja nie, wo der Feind lauert.

Damit war das Ganze aber noch nicht überstanden. Der Pilot offenbarte uns nämlich, daß sich vor uns eine mächtige Gewitterfront aufbauen würde und daß er nicht genügend Sprit im Tank hatte, um das Unwetter zu umfliegen! Es folgte ein Inferno mit prasselnden Hagelkörnern, grellen Blitzen und entsetzlichen Luftlöchern, die uns unkontrolliert auf- und abrissen – es war grausam! Zum zweiten Mal in kurzer Folge dachte ich, sterben zu müssen, aber diesmal endgültig.

Dieser Moment im Gewitter war für mich der Wendepunkt, der Moment, an dem ich mit meinem früheren Leben gebrochen habe. Dort in der Luft beschloß ich, mich von vielen Dingen zu trennen, allem voran von meinem Renovierungsprojekt, an dem derart viele Versprechen hingen. Ich wollte ja das Haus so ausbauen, daß meine Mutter darin alt werden konnte, den Nachbarn hatte ich ein Wirtshaus versprochen, meiner Frau wollte ich ein Zuhause bieten, der Bank versprach ich, die Kredite ordentlich zurückzuzahlen usw. Ich war eingespannt in ein starres Korsett und hatte durch mein Pflichtbewußtsein nie den Mut, mir einzugestehen, daß ich mit den Umständen nicht mehr einverstanden war, daß sich meine Seele gegen das alles sträubte. Wenn man allerdings am Ende den Mut nicht aufbringt, zu sich zu stehen – das sehe ich heute ständig in meinen Seminaren –, wenn man also zu feige ist, sein eigenes Leben zu leben, dann ereignen sich Einschnitte, die einen völlig aus der Bahn werfen.


Loszulassen und sein Leben komplett umzukrempeln, ist quasi das Leitthema dieser NATURSCHECK-Ausgabe. Den meisten Menschen fällt Veränderung sehr schwer, da etwas in uns keine Veränderung will.

Clemens Kuby: Vollkommen richtig, das ist nicht einfach. Wer aber nicht auf seine Empfindung hört und sensibel mit sich umgeht, der wird schnell gelebt, der wird sich bald fernab eigener Einflußmöglichkeiten in schmerzhaften Situationen wiederfinden, die ihm das bisher so sicher scheinende Heft aus der Hand nehmen und ihn damit zum Zaungast seines Lebens machen!

Wenn man nicht frühzeitig korrigiert und den Mut hat, sich und den Mitmenschen reinen Wein einzuschenken, läuft man Gefahr, vom Leben ziemlich heftig korrigiert zu werden. Es hilft ja nichts – spätestens nach den vielen kleinen wie großen Schicksalsschlägen muß man sein Leben sowieso anders angehen und dafür auch harte Entscheidungen treffen! Die Wahl lautet also: entweder entscheide ich mich für ein passendes Leben, oder das Leben paßt mich an. Wichtig ist bei alledem, zu sehen, daß der Schmerz Teil eines notwendigen Bewußtseinswandels ist und nicht unser Gegner! Man kann sich fragen: Will ich den Schmerz und die Unsicherheit der Lebensveränderung oder den Schmerz der Krankheit?!

Manchmal scheinen die Vorgänge zwar wie auf einem starren Gleis zu verlaufen, und die Möglichkeit der Einflußnahme nicht vorhanden zu sein. Dennoch: Was aus uns wird, ist nicht in Stein gemeißelt! Wir können in unser Schicksal eingreifen, wir können extremes Leid vermeiden, wenn wir früh genug tätig werden und die Symbolik unseres Alltags intuitiv lesen lernen. Wir können sogar, und das ist das Schöne am Leben, rückwirkend die Gründe für ein Leiden auflösen, und der Körper und die Umstände richten sich nach der neu geschaffenen ursächlichen Wirklichkeit.

Das Gehirn kann zwischen Fakt und Fiktion nicht unterscheiden. Es bildet auch Synapsen aufgrund von Imaginationen, und darin liegt das gigantische Heilungspotential. Wenn man schwere Krankheiten vermeiden will, gilt es, viel sensibler zu werden, die Zeichen schon so frühzeitig zu erkennen, daß sie erst gar nicht zum Symptom werden. In der Regel veranstalten wir jedoch zunächst einen riesigen Eiertanz, um uns dann gezwungenermaßen ein bißchen zu verändern. Das geht so lange gut, bis das Schicksal korrigierend eingreift.

Jede Krankheit ist dabei letztlich ein Zeichen dafür, daß man sein Problem vorher nicht wahrnehmen wollte und die Erkenntnis, die dadurch ignoriert wurde, nun durch Schmerz ins Bewußtsein tritt. Das Leben will eben erkannt werden, so oder so, und dafür müssen Geist und Verstand Hand in Hand gehen. Der Geist, oder die Intuition soll anführen, der Verstand oder die Ratio ausführen!


Um nochmal auf deine Selbstheilung im Krankenhaus zurückzukommen. Du hast ja allen Menschen Besuchsverbot erteilt, die an deine Querschnittslähmung „glaubten“, inklusive deiner Partnerin. Das klingt sehr radikal. Letztlich wurde dir irgendwann klar, daß wir ein Motiv, eine Vision benötigen, warum wir geheilt werden wollen. Der Wunsch, nicht mehr krank zu sein, genügt alleine nicht. Für dich war das Motiv eine Reise nach Ladakh im indischen Himalaya-Gebirge, wo du einfache Menschen treffen wolltest, die von unseren Zivilisationskrankheiten noch verschont geblieben sind. Und zwei Jahre später warst du tatsächlich dorthin unterwegs und hast dabei „ganz zufällig“ den Dalai Lama getroffen.

Clemens Kuby: (lacht) Ja, genau so war es. Trotz Besuchsverbot besuchte mich ein Freund im Krankenhaus, der gerade von einer Asien-Reise zurückkam. Und er erzählte mir von Ladakh. Und ganz plötzlich wußte ich, daß dieser Ort mein Ziel sein wird. Auf meine Bitte hin, versprach mir mein Freund, mich dorthin zu begleiten. Allerdings wäre dies im Rollstuhl nicht möglich.

In diesem Moment bewegte sich mein großer Zeh ganz leicht. Ich begann nun, jeden Tag aktiv an meine Genesung zu arbeiten, setzte meinen gesamten Willen ein – und nach einem Jahr verließ ich das Krankenhaus auf beiden Beinen. Die Ärzte konnten es nicht glauben.

Um es abzukürzen: Es dauerte ein weiteres Jahr, bis ich das Geld und ein Team zusammenhatte, um diese Reise durchzuführen. Denn ich wollte meine Reiseerlebnisse filmen. Als mein Freund nicht in Indien erschien, fuhren wir einfach los, viele Tage immer den Berg hinauf. Irgendwann ging es nicht mehr weiter, und wir erfuhren, daß der Dalai Lama mit einem Autokonvoi in Richtung Ladakh unterwegs war. Das Auto, in dem er saß, war wegen eines überhitzten Motors liegengeblieben.

Während seine Bodyguards Wasser holten, um den Motor zu kühlen, ging ich auf sein Auto zu und betrachtete ihn durch das offene Fenster. Ich fragte ihn, wer er sei. Er lächelte und meinte, er sei der Dalai Lama. Ich hatte aber noch nie von einem Dalai Lama gehört. Letztlich lud er uns ein, ihn auf seiner Reise zu begleiten. So fuhren wir mit und filmten tagelang alles, was uns vor die Kamera kam. Vom Dalai Lama hörte ich zum ersten Mal, daß es so etwas wie Karma, Reinkarnation und die Kontinuität des Geistes gibt. Und noch vieles andere mehr.


Eine großartige Geschichte! Es folgten ja zahlreiche Dokumentarfilme, die teilweise preisgekrönt sind wie „Unterwegs in die nächste Dimension“. Da deine Vita mehrere Bücher füllen würde, möchte ich hier noch auf deine KUBYmethode eingehen. Ich gebe ja selbst seit vielen Jahren Seminare zum Thema „Die Macht der Sprache“ und bin mir bewußt, daß Niedergeschriebenes sich sehr viel häufiger manifestiert als nur Gedachtes. Auch Fiktives löst körperliche Reaktionen in uns aus – darum weinen Kinobesucher, obwohl sie wissen, daß das Filmblut Ketchup ist, die Filmtoten später noch ein Bier zusammen trinken, etc. Was ist denn die Magie deiner Methode? Woher nimmt sie ihre heilende Kraft?

Clemens Kuby: Wir alle schleppen in unserer Biographie Ereignisse mit uns herum, die es uns bei klarer Sicht schwer machen würden, ein ungezwungenes Leben zu führen. Aus diesem Grund neigen wir zur Verdrängung seelischer Verletzungen. Was wir dabei allerdings nicht in Betracht ziehen: unsere Seele unterliegt einer permanenten Ausgleichsbewegung, das heißt, sie möchte Disharmonien und Konflikte nicht mit sich herumschleppen, sondern in Liebe auflösen, harmonisieren!

Der Hintergrund dazu liegt in der Tatsache, daß harmonische Zustände die geringste Energie benötigen. Nichts, das Streß macht, kann seinen Zustand lange halten. Was also fließend, ohne großen Kraftaufwand funktioniert, ist von Dauer, gesund und damit erstrebenswert.

Das Problem ist nun aber, daß wir es mit dem materialistischen Weltbild nicht schaffen, weit zurückliegende Ursachen unserer aktuellen Probleme ans Tageslicht zu befördern. Wir brauchen – wie ich oben bereits erwähnt habe – ein Weltbild, das auch dem Wesen unserer Seele gerecht wird und uns frei von den heute gängigen Barrieren dazu befähigt, das Sein in allen seinen Etappen zu durchleben!

Durch meine Erfahrung als Filmemacher bin ich mit der enormen Kraft der Bilder sehr vertraut, und ihrer Fähigkeit, Ereignisse wiederaufleben zu lassen. Bei der von mir entwickelten KUBYmethode greife ich dieses Prinzip auf und erlebe durch die Imagination im Jetzt noch einmal, wie ich ein Baby war, wie ich jemanden schlug, oder mich jemand schlug, wie eine mir nahestehende Person mich demütigte, usw. Das Gute ist bei dieser Herangehensweise, daß man als »Regisseur seines Lebens« diese störenden Bilder im Film auch wieder verändern kann, indem man das Drehbuch verändert! Und das funktioniert sowohl rückwirkend, wie auch für die Zukunft.


Du nennst diesen Prozeß „Seelenschreiben“. Wie kam dieser Begriff zustande?

Clemens Kuby: Weil ich die entscheidenden Regungen meiner Seele im Hier und Jetzt aufs Papier bringe. Diese Aufzeichnungen führen nicht nur zum Aufbrechen des Panzers, also zu starken Gefühlsausbrüchen und heftigen Tränen, sondern wegen der geradezu plastischen Selbstsicht auch zu einem Erkenntnisprozeß, durch den relativ schnell klar wird, wieso jemand schon so lange unter einem Problem leidet.

Der erste Schritt zur Heilung beginnt danach mit der Frage: Wann war meine Welt noch in Ordnung? Hierbei fährt man den Lebensfilm bis an die Stelle zurück, an der man das Gefühl hatte, daß noch alles im Lot war. Man verfolgt seinen Film von dort genau bis zur Bruchgrenze und beginnt an diesem wichtigen Punkt, die traumatische Szene seines Drehbuchs umzuschreiben. Ich kann also, nachdem ich die Brennpunkte lokalisiert habe, eine glücklichere und damit eine mich heilende, neue Wirklichkeit imaginieren und damit auch die Emotionen wandeln, die mit der alten, schmerzenden Szene verbunden waren.

Der verhängnisvolle Abschnitt meines Films wird in eine gute Szene umgearbeitet – das ist essentiell. Ich beende die ewige Flucht vor dem Unangenehmen, den Dämonen der Vergangenheit, weil ich weiß, wie ich mich von ihnen endgültig befreien kann.

Durch das Seelenschreiben kann man sich rückwirkend eine positive Wirklichkeit, ein „Happy-End“ erschaffen, wodurch die Seele ins Gleichgewicht kommt und sich augenblicklich eine Harmonisierung einstellen kann. Das ist die Heilung auf der körperlichen Ebene. Zehntausende haben sich mit dieser Methode geheilt. Wenn es uns gelingt, die Wunden der Vergangenheit liebevoll zu heilen, dann prägen wir somit auch gleichzeitig unser Handeln für die Zukunft.


Lieber Clemens, es gäbe noch so vieles zu erzählen, doch leider ist der Raum in einem Printmagazin begrenzt. Ich danke dir herzlich für das Gespräch und freue mich schon auf das nächste Mal.

Das Gespräch führte
Michael Hoppe


Weitere Informationen:
www.kuby.info

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