Julia („Jule“) Neigel macht seit ihrer frühen Kindheit Musik. Der Durchbruch gelang ihr 1988 mit dem Album „Schatten an der Wand“. Von der Presse wurde die Sängerin oft als „The Voice“ oder als „schönste Stimme Deutschlands“ bezeichnet. Seit Beginn ihrer Karriere engagiert sich Julia Neigel für soziale und karitative Zwecke, für Toleranz und Humanität, für Kinder und Opferschutz und gegen Rassismus. Doch auch die Corona-Maßnahmen der letzten Jahre hält sie für nicht angemessen und fordert politische, mediale und juristische Aufklärung.
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Liebe Julia, bei unserem letzten Gespräch 2023 ging es hauptsächlich um die Corona-Maßnahmen, die nicht mit dem Völkerrecht vereinbar waren und wofür bis heute – wie für vieles andere mehr – niemand die politische Verantwortung übernehmen möchte. Du bist seit Jahrzehnten für Humanität und Menschenrechte im Einsatz und dafür auch vielfach ausgezeichnet worden, aber doch in erster Linie Künstlerin. Ehe wir zu deiner Musikkarriere kommen, möchtest du noch ein paar Worte zu den vergangenen sechs Jahren sagen? Was ist dir am prägendsten in Erinnerung geblieben?
Julia Neigel: Mittlerweile bin ich als ehrenamtliche Menschenrechtsverteidigerin im Sinne der UN-Resolution Nr. 53/144 bei der UNO in Genf gemeldet. Ich war mit einer Menschenrechtsorganisation im September 2025 in Genf, um dort die Menschenrechtsverletzungen der letzten sieben Jahre innerhalb der Bundesrepublik Deutschland beim UN-Sozialpakt-Ausschuß anzuzeigen.
Die Bundesrepublik Deutschland steht bei der UNO mittlerweile auf der Problemliste, ebenso wie Nicaragua und Korea. Die Liste der Rechtsbrüche ist sehr lang, da systemisch angelegt. Nächstes Jahr werden wir zusammen mit der UNO in einer Sitzung mit der deutschen Regierung zusammenkommen und über genau diese Menschenrechtsverletzungen und den Bruch des Völkerrechts in Deutschland reden.
Mir fallen da Dutzende prägendste Erinnerungen ein: Besuchsverbot für Monate in Kliniken und Altersheimen – Alte und Kranke, unsere Schutzbefohlenen, wurden sozial vollständig isoliert und damit gequält, obwohl § 28 a Abs. 2 Satz 2 IfSG die vollständige soziale Isolation von alten und kranken Menschen strikt verbietet. Die UNO spricht anhand ihrer Nelson-Mandela-Regeln bei 14 Tagen sozialer Isolation schon von psychischer, körperlicher und seelischer Folter, und sie haben es mit den Schwächsten unter uns Monate lang gemacht.
Jugendliche wurden mit Hubschraubern in Parks halb zu Tode gejagt, auf Demonstranten wurde solange eingedroschen, bis der Sonderberichterstatter der UNO über Folter gegenüber dem Außenminister ein Machtwort sprach, Menschen wurden von Parkbänken gezerrt wie Schwerverbrecher, bei friedlichen Protesten wurde ihnen das Grundgesetz aus der Hand gerissen.
Kinder wurden mit Schuldgefühlen – sie könnten ihre Oma töten – psychisch terrorisiert und seelisch überladen, übrigens etwas, was im sogenannten „Panikpapier“ des Innenministeriums auf deren Agenda stand.
Die Kulturschaffenden mußten 21 Monate im Lockdown verharren, ohne über viele Monate entschädigt zu werden. Suizide und Insolvenzen häuften sich, wurden als systemunrelevant abgestempelt.
Menschen, die sich weigerten, an dem medizinischen Versuch mit einer nur bedingt zugelassenen Corona-Impfung teilzunehmen, verloren ihre Jobs, mußten draußen bleiben, wurden geächtet. Kritiker dieser menschenverachtenden Politik wurden als Schwurbler, Rechtsradikale, Sozialschädlinge, Ratten und als noch Schlimmeres beschimpft.
Ärzte werden bis heute politisch verfolgt. Kritische Medien werden sanktioniert. Viele Menschen leiden bis heute unter schweren Impfschäden. Es gab und gibt viele unerwartete und plötzliche Todesfälle, all das wird von der Regierung ignoriert.
Was soll ich sagen? Unsere führenden Politiker der letzten Jahre haben Folgendes getan: Agitation- und Schockstrategie, Spaltung der Gesellschaft, Diskriminierung, Angstmacherei, Demonstration der Allmacht, Erpressung, Drohungen und Beschimpfungen, Propaganda, Gleichschaltung der Medien und Staatsräson und wirtschaftliche Verschuldung…
So habe ich deren Corona-Politik erlebt – und all das ist unverzeihlich. Wir haben einen Staatsstreich gegen die Grundrechte erlebt, alle roten Linien wurden überschritten. Mittlerweile wird von militärischer Mobilmachung geredet, und währenddessen sitzt Jens Spahn im Corona-Untersuchungsausschuß und sagt, ohne rot zu werden, daß die Impfung weder risikofrei war noch Infektionsschutz gewährte und tut so, als ob nichts gewesen wäre?
All das Beschriebene halte ich für ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit, und ich bin nach wie vor der Auffassung, daß diejenigen, die das obig Beschriebene angerichtet haben, zur Verantwortung gezogen werden müssen. Wir wurden von führenden Politikern belogen und betrogen. Das Erlebte muß aufgearbeitet werden, um die Spaltung der Gesellschaft zu heilen. Solch ein Unrecht darf nie mehr geschehen und muß geahndet werden, denn sie hören sonst nicht damit auf. Und Politiker dieser Art und Couleur dürfen nie mehr an die Macht.
Liebe Julia, du sprichst mir aus der Seele. Auch wir mußten in der Corona-Zeit jeden Tag damit rechnen, daß man uns morgens um sechs Uhr die Tür eintritt und unsere Computer beschlagnahmt – wegen einiger Aufklärungsartikel im Heft, die sich alle zu 100 % als wahr erwiesen haben. Unsere Hefte wurden aus den Rathäusern verbannt und unsere Werbepartner von „besorgten Bürgerinnen“ drangsaliert, weil wir nicht „Corona-konform“ berichteten. Das hat mich damals meine Gesundheit und fast mein Unternehmen gekostet.
Dabei hätte man – mit etwas gesundem Menschenverstand – fast alle Konsequenzen voraussehen können! Auch wenn das heute politisch-medial und unter den beteiligten Ärzten keiner mehr wahrhaben will. Daß die Nutznießer, wie die von Bill Gates gesponserten „BioNTech-Corona-Helden“ gerade ihre Fabriken schließen und das Land verlassen, paßt in das Gesamtbild. Da drängt sich mir das Bild auf von den Ratten und dem sinkenden Schiff…
Doch wechseln wir das Thema. Du bist viel im Osten der Republik unterwegs und stehst unter anderem mit der Ostberliner Kultband Silly auf der Bühne. Nach dem Mauerfall haben viele noch gesagt, die „Ossis“ seien im Westen „Gastarbeiter“ – spätestens seit der Corona-Zeit hat sich das Blatt gewendet, und die Ossis fungieren nun als eine Art „Entwicklungshelfer“ für die Wessis. (lacht) Denn viele restriktive Maßnahmen, die wir heute erleben, kommen den Ostdeutschen irgendwie bekannt vor. Und sie glauben nicht alles, was ihnen der Staat erzählt. Wie erlebst du diese Dynamik?
Julia Neigel: Allerdings. Die Ostdeutschen haben in ihrem kollektiven Gedächtnis doch schon alleine durch die DDR das Wissen, wie sich ein totalitärer Staat anfühlt, wie sich Propaganda, Verfolgung von Dissidenten und Unterdrückung und aber auch die Befreiung aus einem Unrechtsstaat anfühlt – zumindest die ältere Generation.
Die Menschen im Osten haben mehrere Systemumbrüche erlebt und haben sehr feine Antenne für politische Aggression, sind viel schneller auf den Barrikaden, haben eine geringere Leidensbereitschaft. Sie spüren instinktiv, wenn sie belogen und betrogen werden und wehren sich dagegen schneller. Denn Unrecht ist ihnen nicht nur in der DDR passiert, sondern auch nach der Wende, als die Treuhand ihr Unwesen im Osten trieb und ihn ausverkaufte und die Menschen Haus, Arbeit und ihre Naivität und Hoffnung gegenüber dem vermeintlich goldenen Westen und der BRD verloren.
Wir aus dem Westen können viel von den Ostdeutschen lernen, so zum Beispiel politische Bildung und friedlicher Widerstand. Dieser ist bei den Ostdeutschen allgemein sehr gut ausgeprägt. Denn im Gegensatz dazu hat man im Westen immer die These vertreten, daß unsere Politiker immer nur das Wohl des Volkes im Blick hätten, seriös handeln würden, man sich darum nicht selbst kümmern müsse, diese als Volk nicht ständig kontrollieren müsse, ein Gang zur Wahlurne genügen würde.
Spätestens in den letzten 10 Jahren und den ständig gebrochenen Wahlversprechen, aber auch alleine durch die totalitäre und menschenverachtende Corona-Politik, zeigt sich, daß die Westdeutschen etwas nachholen müssen.
Dieser gute Glaube an die Politikerklasse ist seinerzeit aus der guten Erfahrung mit Politikern wie Genscher, Schmidt, von Weizäcker und anderen entstanden, die sich heute im Grabe umdrehen würden, wenn die wüßten, wie politische Karrieristen mit der eigenen Bevölkerung, deren Leistung und deren Vermögen umgehen. Wir sollten zurückkehren zum mündigen Bürger.
Gustav Heinemann sagte einst: „Nicht der Bürger steht im Gehorsamsverhältnis zur Regierung, sondern die Regierung ist dem Bürger im Rahmen der Gesetze verantwortlich für ihr Handeln. Der Bürger hat das Recht und die Pflicht, die Regierung zur Ordnung zu rufen, wenn er glaubt, daß sie demokratische Rechte mißachtet.“ Recht hat er.
Wie geht es denn künstlerisch bei dir weiter, und welche Projekte sind geplant? Wie und wo können wir dich live erleben?
Julia Neigel: Im Moment arbeite ich an einem neuen Solo-Album. Auch Silly beschäftigt sich mit neuem Material und plant im Jahr 2028 eine große Jubiläumstour. Außerdem bin ich als Gast bei Gundermann Classics dabei und mit Maggie Reilly im Oktober auf Tour. Es gibt viel zu tun. Wir sind bundesweit unterwegs. Am besten auf meiner Website nachschauen oder, wer mag, auf Facebook auf meiner Seite. Es kommen derzeit immer mehr neue Termine hinzu.
Wenn du auf dein Leben zurückblickst, welches waren für dich die schönsten Zeiten und welche alten und neuen Werte würdest du dir für eine lebenswerte Zukunft wünschen?
Julia Neigel: Die Corona-Politik war sicher die dunkelste Zeit in unser aller Leben. Ich habe aber durch meine Kritik an der Politik dieser Zeit wiederum ganz wunderbare Menschen kennengelernt, die mir sonst vielleicht gar nicht begegnet wären.
Wenn ich zurückblicke gibt es viele schönste Zeiten, nicht nur eine konkrete Phase. Es gibt in allen Zeiten wunderbare Erfahrungen, und ich habe meine Werte nicht geändert, deshalb gelten diese für mich immer noch und bleiben zeitlos. Ich bin ein Freigeist, Freiheit ist für mich das oberste Prinzip. Frieden, Liebe, Gesundheit, Freunde und Familie entspricht meinen Vorstellungen von einem erfüllten Leben. Ich denke, nahezu alle Menschen wollen das.
Bei den gesellschaftlichen Werten wäre ein Rückblick wichtig – wir sollten schon Zerstörtes in unser Wertesystem zurückzuholen. Wir brauchen eine eigene kulturelle Identität, die nicht von außen gesteuert wird und Politiker, die das Wohl des eigenen Volkes vorne an stellen, wie es tatsächlich schon einmal war. Für unsere Gesellschaft wäre es daher wichtig, den Wert der guten Sitten und der Gerechtigkeit wieder als Recht in den Fokus zu stellen.
Unser Wertesystem ist seit der Corona-Politik in die Schieflage geraten, weil so viel Unrecht und Lügerei vertuscht und unter den Tisch gekehrt wurde. Laut EuGH ist die Bundesrepublik Deutschland außerdem die einzige europäische Republik mit einer politisch weisungsgebundenen und damit nicht unabhängigen Staatsanwaltschaft, sowie einem Verfassungsschutz, bei dem es genauso aussieht. Das EuGH fordert die deutsche Regierung schon seit langem auf, den § 146 GVG abzuschaffen. Darauf sollten wir drängen.
Unsere Richter werden zudem von Justizministerien für Gesetze und Verordnungen ausgeliehen und werden dann von politischen Amtsträgern in ihre Gerichtsposten nach oben befördert. Auch das halte ich für Unrecht und das Scheunentor zur Korruption, welches unsere Wertegrundlagen systematisch zu Ungunsten der Bevölkerung verschiebt.
Das ist der Sand im Getriebe im Zusammenhang mit der gesellschaftlichen Wertefrage. Gerichte schaffen durch Urteile Wertvorstellungen. Werte drücken sich gesellschaftlich vor allem in der gesunden und ausgewogenen Symbiose von Recht und Gerechtigkeit innerhalb einer Gesellschaft aus, die wir so nicht mehr haben. Wir brauchen daher für mein Dafürhalten dringend eine Reformation des Rechtsstaats, damit die Gerichte endlich frei, unabhängig und gerecht urteilen und Humanität, Liberalität und die Schutzrechte der Bürger innerhalb der Gesellschaft wieder neu etablieren werden können.
Wir brauchen in der Judikative also eine Gewaltentrennung von der Legislative, damit eine Gewaltenteilung auch politisch wirklich unabhängig voneinander funktioniert.
2026 ist das chinesische Jahr des Feuer-Pferds. Das Pferd steht für Dynamik, Freiheit und Vorwärtsdrang. Und das Element Feuer für Leidenschaft und Transformation. Das Feuer-Pferd tritt nur alle 60 Jahre auf. Das letzte Jahr des Feuer-Pferdes war 1966: ein Jahr globaler Umbrüche. In China begann damals die Kulturrevolution, weltweit erlebten viele Gesellschaften politische und kulturelle Spannungen. In der traditionellen chinesischen Astrologie gilt insbesondere das Feuerpferd als starkes, fast rebellisches Zeichen. Auch du bist ein astrologisches Feuer-Pferd. Was erwartet uns dieses Jahr noch? Siehst auch du ein Jahr der Transformation und der Umbrüche? Und wenn du 12 Jahre in die Zukunft schaust, wie sieht unser Land im nächsten „Pferde-Jahr“ 2038 aus?
Julia Neigel: Ich bin sehr gerechtigkeitsliebend und habe keine Angst vor Konflikten. Das paßt wohl zum Feuer-Pferd. Daß ich einen rebellischen Charakter haben kann, ist spätestens seit ein paar Jahren klar. Ich bin aber auch sehr harmonieliebend und liebe das gute und schöne freie Leben.
Ich wünsche mir, daß in 12 Jahren in unserer Republik die meisten Konflikte, mit denen wir derzeit konfrontiert werden, aus dem Weg geräumt sind. Wir brauchen dafür eindeutig anderes politisches Personal, Menschen mit Anstand und Ehrlichkeit und eine Rückkehr zu nationalstaatlichen Interessen.
Dazu gehört aber auch, daß wir Deutschen früher auf die Barrikaden gehen müssen und die Regierung zur Ordnung rufen – und nicht erst dann, wenn das Kind im Brunnen liegt. Auch wir Deutschen dürfen protestieren und dürfen Eigeninteressen haben, wie jedes andere Volk auch. Wir müssen unseren Politikern zeigen, daß sie so etwas nicht mehr mit uns machen dürfen. In den USA steht in deren Verfassung, daß jeder US-Amerikaner ein Recht auf Glück hätte. Solch ein Recht sollte auch in unser deutsches Grundgesetz eingebaut werden.
Liebe Julia, ganz herzlichen Dank für das sehr inspirierende Gespräch, für deine Musik und für dein großes soziales Engagement.
Das Interview führte
Michael Hoppe
Weitere Informationen
www.julianeigel.com